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12. Tag - Mittwoch, 11. August 1999

Karte | Strecke



Nach einem gemeinsamen Frühstück nimmt uns Dietmar noch mit in seine Arbeitsstätte - die Gießerei Ulstein. Hier werden qualitativ sehr hochwertige Gußteile z.B. für Schiffsmotoren und Windmühlen produziert.
 
Dietmar führt uns eine Stunde durchs Werk ehe wir uns verabschieden und Richtung Eidfjord unsere Reise auf der E39 in südlicher Richtung fortsetzen. Weiter auf der E16 und dann rechts auf die 7 zum Hardangerfjord, der uns die nächsten 50 km begeleitet. Eigentlich wollten wir über die 572 die Schleife über Ulvik fahren, aber bei der Kreuzung haben wir zu wenig aufgepaßt. Wenn man nämlich der Beschilderung nach rechts Richtung Ulvik folgt, dann gelangt man vor Ulvik nach Bruravik. dass man falsch ist, merkt man daran, dass man plötzlich in einen 7,5 km langen Tunnel einfährt. Da die Fähre in Bruravik aber praktisch nur noch auf uns wartet, nehmen wir sie gleich. Die Überfahrt dauert etwa 10 Minuten, PKW mit 2 Personen kostet 55 NOK.
 
Von Brimnes nach Eidfjord, Øvre Eidfjord und schließlich Fossli erreicht man das obere Ende des Vøringsfossen, der sich 182 m in die Tiefe stürzt. Wer mit Kindern unterwegs ist, dem kann man den Trolltoget empfehlen - ein kleiner Zug, der die alte Straßenführung hochtuckert. Jene Straße, die wir vor sieben Jahren mit dem Rad bezwungen haben.
 
Wir gönnen uns den Luxus eines Mittagessens im Fossli-Hotel. Die Preise hier sind schon mächtig gesalzen und auch für norwegische Verhältnisse eher hoch. Die Zwiebelsuppe kostet z.B. 58 NOK, Mineralwasser 29 NOK, Tomatensalat 42 NOK, Pfeffersteak 198 NOK. Ich habe ein Rentiersteak zu 158 NOK probiert.
 
Nach dem Essen fahren wir zurück über Eidfjord ins Simadalen, um an einer Führung durch das Sima Kraftwerk teilzunehmen. Am Beginn dieser Führung steht ein Film von eher schlechter Qualität, der aber äußerst interessant ist. Er handelt von der Planung und Entstehung des Kraftwerkes. Die Planungsphase selbst hat 10 Jahre gedauert, 8 Jahre wurde dann gebaut. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen auf die Natur gelegt. Die Eingriffe sollten möglichst wenige sichtbare Spuren hinterlassen. Das Kraftwerk besitzt 4 Hauptwasserresovoirs, welche zusammen 4,8 Billionen m3 Wasser halten. Es wurden einige Seen durch unterirdische Kanäle verbunden, welche eine Gesamtlänge von 27,6 km ergeben. Die Turbinen und die gesamte Anlage selbst befindet sich direkt im Inneren des Berges Kjeåsen, die Fallhöhe beträgt 900 m. Die 4 Turbinen liefern zusammen 1120 MW Leistung.
Nach dem Film fahren wir mit den Autos 700 m in den Berg hinein, wo sich die Produktionshalle und die Kommandozentrale befindet. Hier wird auch die Wassermenge geregelt, die den Vøringsfossen durchfließen muss. Es gibt eine Vereinbarung, dass in der Tourismussaison immer genügend Wasser (12 m3/s) zugeführt werden muss, um diese Attraktion nicht zu verlieren. Die 40 NOK teure Führung endet nach einer Stunde.
 
Voller Tatendrang fahren wir wieder zurück nach Øvre Eidfjord, wo wir noch das Hardangervidda Naturcenter besuchen. Für den Eintritt von 75 NOK bekommt man unter anderem wieder einen Film geboten (dieses Mal in ausgezeichneter Qualität als Panoramafilm mit 5 Kameras), der die wunderschöne Landschaft des Nationalparkes in ca. 15 Minuten näher bringt. Der Film ist der Beste, den wir bisher gesehen haben - einfach zurücklehnen und genießen...
Die nachfolgende Ausstellung in 3 Etagen wurde mit sehr viel Liebe gemacht, man findet hier Exponate zur Flora und Fauna der Hardangervidda.
 
Die Wetterscheide bewegt sich heute immer um die Gegend Øvre Eidfjord, nach dem Aufstellen des Zeltes auf dem Campingplatz Saebo (95 NOK) beginnt es endgültig zu regnen.
 

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