|
Heute geht es weiter Richtung Averoy, wo wir unsere "Norwegen-Freunde-Besuchsrunde" fortsetzen. Auf Averoy hat eines der
NF-Mitglieder ein Haus und dort werden wir dann neben Edith und Walter auch noch auf Olf treffen.
Zuvor gehen wir aber noch auf den unserer Unterkunft gegenüberliegenden Hügel, von wo aus man einen schönen Blick über den
Oyre Sjoldalsvatnet hat. Der Baum- und Flechtenbewuchs dieses Hügels ist absolut herausragend. So herausragend, dass Sandra
dazu meint: "Bitte sagt mir, dass das wirklich ist, denn ich glaube, ich bin im Märchen."
Nachdem wir die Hütte sauber gemacht und bezahlt haben (650 NOK pro Nacht, 15 NOK werden für die Bezahlung mit Kreditkarte als
Extragebühr verlangt), brechen wir auf und lassen das sehr schöne Valdres für diesmal hinter uns.
Bevor wir aber zielstrebig in Richtung Averoy aufbrechen, geht es noch ein paar Kilometer zurück, nämlich nach Gjendesheim am
Besseggen um die Erinnerungen an diese herrliche Bergtour, die ich während meines ersten Norwegenaufenthaltes im Jahr 1992
gegangen war, wieder etwas aufzufrischen. Am Ausgangspunkt der Tour geht es sehr touristisch zu, ein großer Parkplatz versucht
dem Ansturm der vielen Wanderer und Touristen Herr zu werden. Von Gjendesheim geht regelmäßig ein Boot über den Gjende nach
Memurubu von wo aus man dann den Besseggengrat entlang wieder zurück zum Parkplatz wandern kann. Man benötigt für die Tour
etwa 7 Stunden, mit unseren Kindern leider (noch) nicht machbar.
Nachdem nun alle Erinnerungen an die Tour aufgefrischt sind,
steuern wir unser erstes Zwischenziel auf dem Weg nach Averoy an,
den Riddarspranget kurz vor Randsverk. Dabei passiert man auch den Naturstig, wo man 2 schöne Brücken über den Sjoa findet.
Sjoa bedeutet wahrscheinlich so viel wie "Der Fluss der glitzert" und ist ca. 100 km lang. 1973 wurde ein Naturschutzgesetz
erlassen, welches es verbietet, entlang des Flusses Wasserkraftwerke zu bauen um so die Natürlichkeit des Flusses zu erhalten.
Einige Abschnitte werden auch von Wildwasserfahrern genutzt. Wildes campen ist entlang des Sjodalen aufgrund des
Landschaftsschutzes in der Regel untersagt.
Beim Riddarspranget handelt es sich um eine schmale Stelle über diesen Fluss, über die der Erzählung nach im 14 Jahrhundert
ein Ritter namens Sigvat mit der Braut des damals mächtigsten Mannes des Tales auf einem Pferd durchgebrannt ist und dabei
über die Schmalstelle sprang. Als ihm dann der erste Verfolger nachsprang, stieß er diesen in die reißende Sjoa, woraufhin es
keiner der anderen Verfolger mehr wagte, ihm nachzuspringen und der mutige Ritter so entkam. Mittlerweile hat man diese Stelle
mit einem Zaun gesichert, da in den letzten Jahren immer wieder Unfälle passiert sind. Der Weg vom Parkplatz (auf dem sich
auch eine Toilette befindet) ist recht kurz, in ca. 5-10 Minuten ist man an dieser besagten Stelle angelangt. Für eine kurze
Zwischenrast also ideal geeignet, aber auch ohne Pausenbedürfnis auf jeden Fall empfehlenswert, weil der Riddarspranget nahezu
direkt an der 51 liegt und praktisch keinen Umweg darstellt.
Nachdem wir dann die E6 erreicht haben, geht es durch das Gudbrandsdalen und später das Romsdsalen auf der E136 in Richtung
Andalsnes weiter, dann durch den Innfjordstunnelen weiter bis Vestnes / Furneset, von wo die Fähre nach Molde geht. Der
weitere Weg zu unserem heutigen Endziel führt uns über die 64 und den beeindruckenden, 1989 eröffneten, Atlantik-Highway, den
man seit einiger Zeit nun auch mautfrei passieren kann. Wir erreichen den Altlanterhavsvegen zum Sonnenuntergang und so
verbringen wir einige Zeit mit fotografieren und herumspazieren.
Gegen 2200 erreichen wir dann unser Ziel in der Nähe von Bruhagen.
<< 5. Tag |
7. Tag >>
|