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Der Morgen begrüßt uns mit herrlichem Wetter, weshalb wir dann auch gleich zu einer größeren Autotour starten. Dabei ist das
erste Ziel der Mardalsfossen, danach wollen wir die Gebirgsstraße von Sunndal nach Nesset nehmen.
Auf der Höhe von Molde sehen wir dann vor uns eine breite Wolkendecke über die Berge und den Fjord ziehen - unser Ziel liegt
genau dahinter. Und diese Wolkendecke sollte uns dann auch den ganzen Tag treu bleiben.
So präsentiert sich der Mardalsfossen, den wir nach fast 2 Stunden Fahrzeit erreichen, in einem grauen Rahmen. Vom Parkplatz
des Mardalsfossen geht man dann ca. eine halbe Stunde, bis man am Fuße des Wasserfalles angelangt ist. Mit einer absoluten
Fallhöhe von 655 m ist er der höchste Wasserfall Nordeuropas und der 4. höchste der Welt. Der freie Fall bis zum ersten Absatz
beträgt 297 m. Seit 1870 ist der Wasserfall zu einer Touristenattraktion geworden, zuvor war er kaum bekannt. Am Wasserfall
gibt es sehr wenig Sonne, die untere Kante des Wasserfalles wird dabei zu keiner Zeit von der Sonne erreicht, der obere Absatz
nur kurz im Mittsommer. Da Wasserkraft in Norwegen einen hohen Stellenwert hat, was an sich ja nicht schlecht ist, wenn man
zuerst einmal mehr an das Strom sparen denken würde, war auch der Mardalsfossen davon bedroht, gänzlich ausgetrocknet zu
werden. Am 20. Juli 1970 kam es dann auch zu einer großen Demonstration gegen die Kraftwerksbetreiber. Auch wenn die
Kraftwerksbetreiber letztendlich gewonnen haben und einen weiteren Staudamm bauen konnten, ist nun zumindest gewährleistet,
dass der Mardalsfossen in der Zeit vom 20. Juni bis 20. August frei fließen kann, wenn auch mit verminderter Stärke.
Wenn man dann weiter in das Eikesdalen hineinfährt, erreicht man dann die mautpflichtige Straße von Sunndal nach Nesset. Viele
so genannte Bomvegen besitzen kein Kassenhäuschen, sondern einfach eine Box, in der sich Formulare / Kuverts befinden, die man
selber ausfüllen und das Kuvert samt Geld dann einwerfen muss. Für die 73 km lange Strecke bis Sunndalsora sind
50 NOK für einen PKW zu zahlen.
Die Straße ist fast durchgehend eine recht abenteuerliche Schotterstraße und führt in einigen Kehren recht steil bergan, auch
ein unbeleuchteter, relativ enger Tunnel ist zu passieren. Oben am Fjell angekommen, präsentiert sich eine Fels- und
Sumpflandschaft mit Tümpeln, kleinen Flüssen und hin- und wieder kleinen Hütten. Naja, und auch einigen Staudämmen von
Statkraft, die das Wasser stauen und ganze Talabschnitte überfluten und damit eine herrliche Landschaft für immer verschwinden
lassen.
Die Straße zieht sich ziemlich, bedingt durch den Schotterbelag kann und sollte man auch nicht zu schnell fahren. Für die
gesamte Länge sollte man samt kurzen Zwischenstopps mit zumindest 2 Stunden rechnen. Trotz des miesen, grauen Wetters können
wir der Landschaft einiges abgewinnen, bei Sonnenschein dürfte diese Gegend wohl noch bessere Eindrücke hinterlassen, als sie
es bei uns getan hat. Übrigens wachsen hier auch Moltebeeren.
Die Rückreise zum Campingplatz dauert dann um vieles länger als geplant, denn unser Navigationssystem (Falk Mobile Navigator)
leitet uns ziemlich in die Irre und führt uns anstatt südlich des Langfjorden südlich des Tingvollfjorden entlang. Außer einem
sehr großen Umweg kostet uns das dann auch noch die Maut über die Gjemnesundbrua und die Fähre von Solsnes nach Afarnes.
Bisher haben und konnten wir uns auf den Navigator absolut verlassen. Auch wenn er einige, kleinere Orte nicht kannte, von den
Straßen ist wirklich jede noch so kleine Seitenstraße eingetragen. In Zukunft werden wir aber wohl ein kontrollierendes Auge
auf die vorgeschlagene Route werfen.
Das Wetter ist am Campingplatz dann wieder schön, wir sind heute dem schönen Wetter also regelrecht davon gefahren.
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