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15. Tag - 12. August 2005

Karte


Dieser Morgen sieht schon sehr viel freundlicher aus und lässt Hoffnung auf etwas mehr Sonne aufkommen, allerdings sind die blauen Flecken noch ganz klar in der Unterzahl gegenüber den grauen.
 
Wir brechen in Richtung Gaupne auf, um uns den Jostedalsbreen etwas anzunähern. Der Jostedalsbreen ist der größte Gletscher des europäischen Kontinents. Er erstreckt sich über 487km2, an einigen Stellen erreicht er eine Dicke von mehr als 500 m. Teile des Jostedalsbreen sind auch als Nationalpark ausgewiesen. Zahllose Gletscherzungen ragen ins Tal, 28 davon haben auch einen Namen. Um nur die bekanntesten zu nennen: Nigardsbreen, Brenndalsbreen, Brigsdalsbreen. Zu letzterem fuhren bis zum Jahr 2004 Pferdekutschen hoch, nach einem Unfall wurden diese jedoch eingestellt und durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Nachdem wir uns der Südseite des Gletschers widmen, steht der Brigsdalsbreen allerdings nicht auf unserem Programm.
 
Der Weg zum Bergsetbreen Die erste Gletscherzunge, die wir uns aus der Nähe ansehen, ist der Bergsetbreen. Man fährt dabei zu Beginn die gleiche Route, als man zum Nigardsbreen nimmt, nämlich bei Gaupne hinein ins Jostedalen. Bei Gjerde biegt man dann aber scharf links ab und Bergsetbreen folgt einfach der Beschilderung. Ab der Abzweigung bei Gjerde sind es noch 5 Kilometer zum kleinen Parkplatz. Der Gletscher scheint zum Greifen nahe, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn bis man das Ende der Gletscherzunge erreicht, Bergsetbreen Detail Bergsetbreen Detail hat man einen Fußmarsch durch das Bergsetdalen von etwa einer Stunde vor sich. Der Weg durch das Bergsetdalen ist sehr einfach zu gehen, bis zum Ende recht flach und führt über einen gut ausgetretenen Pfad. Er ist auch für Kinder absolut unproblematisch.
 
Da uns das Wetterglück heute hold ist, fahren wir dann auch noch zum touristisch viel bekannteren Nigardsbreen. Auf dem Weg dort hin kommt man auch beim Breheimsenteret vorbei, für uns ist die Zeit aber schon etwas zu fortgeschritten, um dem auch einen Besuch abzustatten. Im Jahr 1750 reichte die Gletscherzunge übrigens bis an die Stelle. Die letzten Kilometer bis zum großen Parkplatz in der Nähe des Gletschers führen über eine Privatstraße, für die 25 NOK Gebühr zu bezahlen sind. Der recht große Parkplatz ist gut gefüllt. Die sich wie eine Schlange ins Tal windende Gletscherzunge des Nigardsbreen ist auf der Fahrt zum Parkplatz einmal sehr schon zu sehen, vom Parkplatz selbst bzw. auf dem Fußweg zum Ende der Gletscherzunge kann man sie in dieser Gesamtheit nicht mehr bestaunen. Das Gletscherende scheint hier noch näher, als das des Bergsetbreen, aber auch diesmal sollte man sich nicht täuschen lassen. Vielleicht ist die Gletscherzunge ja wirklich näher, aber der Weg geht durchwegs über geschliffenen, teilweise glatten Stein und so benötigt man doch auch etwas mehr Zeit, als man anfangs annehmen würde. Wer etwas schwach bei Fuß ist, der kann auch das Boot nutzen, welches alle paar Minuten über den Gletschersee an den Gletscher heranfährt. Für Erwachsene kostet das Boot 30 NOK, für Kinder nur 10 NOK. Ein Preis, über den man sich wirklich nicht beschweren darf.
 
Nigardsbreen Gletschertor Dass der Weg dorthin nicht ganz ungefährlich ist, bekommen wir recht hautnah zu spüren, denn auf halbem Weg kommen uns 4 Retter mit einer Tragebahre entgegen, die eine Frau zum Bootsanleger bringen, die sich vermutlich die Bänder gerissen hat, wie uns ihr Mann sagt. Sie heben die Frau über einen kleinen Bach, ich helfe über diese schwierige Stelle kurz mit. Unsere Kinder sind übrigens lieber im Auto geblieben, die Gletscher können sie absolut nicht überzeugen. Eine Gletscherzunge am Tag hat ihnen vollends gereicht. Nachdem man dann eine kleine Brücke überquert hat, kann man noch den Felsrücken weiter hoch gehen und kommt dabei schon recht nahe an die Gletscherzunge bzw. an das Gletschertor heran. Mit dem Gletscherbach werden jährlich ca. 22000 Tonnen Geschiebematerial aus dem Gletscher in Richtung See verfrachtet.
 
Aus meiner Sicht ist der Nigardsbreen mit Abstand beeindruckender, als der Bergsetbreen. Wer aber lieber die Ruhe sucht, der sollte eher dem Bergsetbreen den Vorzug geben.

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