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Die Passstraße über das Sognefjell stellt eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Ost- und Westnorwegen dar. Mit dem
höchsten Punkt von 1434m ist sie zudem die höchste Passstraße Nordeuropas. Die Landschaft ist dort wirklich genial - in der
Regel sehr wild, aber auch sehr abwechslungsreich mit Tälern mit Almencharakter an Beginn und Ende der Straße. Die Straße
wurde 1938 für den Autoverkehr freigegeben. Erbaut wurde sie von 200 arbeitslosen Jugendlichen in harter Arbeit und von Hand.
Zirka 2 Jahre haben sie für die 20km lange Strecke über das Fjell benötigt.
1997 wurde Sognefjellstraße zur nationalen Touristenstraße erklärt, einer Straße, die für Touristen besonders interessant ist.
Nationale Touristenstraßen, von denen es aktuell nur vier gibt, müssen eine besonders abwechslungsreiche und sehenswerte
Landschaft bieten. Nähere Infos gibt es unter http://www.turistveg.no,
es gibt auch eine kleine Broschüre, die die Straße bzw. die Sehenswürdigkeiten entlang dieser Straße beschreibt.
Wer die Sognefjellstraße nicht nur einfach überqueren sondern auch wirklich erleben will, der sollte sich viel Zeit nehmen.
Eigentlich ist es unmöglich, alle Facetten dieser Landschaft an einem Tag zu erfassen. Wer also auf Durchreise ist, hat
praktisch gar keine Chance.
Wir wollen uns heute den ganzen Tag Zeit nehmen, um uns langsam in Richtung Lom zu begeben. Nach einem kurzen Halt bei
Oscarshaug gelangen wir ans Prestesteinsvatnet, wo wir dann über zwei Stunden bleiben. Das Schneefeld, welches direkt ins
Wasser ragt, der geniale Blick über den glatten See, der das Gebirge im Hintergrund spiegelt - perfekt für Jung und Alt. An
manchen Stellen schimmert der Schnee ganz rot. Das kommt von einer Alge, nämlich der so genannten Blutschneealge. Diese
einzellige Alge bildet überall dort große Kolonien, wo es Gletscher gibt. Da sie bei 4 Grad bereits abstirbt, wandert sie bei
höheren Temperaturen etwas weiter unter die Schneeoberfläche, wodurch sich der rote Schimmer eines Schneefeldes in relativ
kurzer Zeit ändern kann. Sie vermehrt sich durch Teilung. Diese Alge, welche sich im Winter einkapselt, dient als
Nahrungsquelle für viele Insekten und auch andere Pilze.
Einen nächsten, kurzen Halt machen wir dann am Mefjell, wo sich eine Skulptur von Knut Wold befindet - einem hohlen Quader aus
Stein. Auf der anderen Straßenseite verehrt man große norwegische Dichter, wie z.B. Ibsen, dass auch diese zu den Bezwingern
des Sognefjell gehören. Sehr gestört haben mich hier Urlauber, die ihr Gefährt direkt an der Skulptur parkten bzw. hier ihre
Campingstühle auspackten, obwohl der groß angelegte Parkplatz auf der anderen Straßenseite fast leer war. Ich halte es für
ziemlich egoistisch und ausnehmend, sich direkt an einem potentiellen Fotomotiv zu platzieren, um zwangsweise darauf zu landen
und das eigentliche Motiv damit zu verunstalten.
Den zweiten, längeren Halt machen wir an einem Fluss kurz nachdem wir den höchsten Punkt überschritten haben und unseren
dritten, längeren Halt machen wir dann an einem See kurz nach Bovertun. Dort kühlen wir unsere Füße, für ein richtiges
"Vollbad" war uns der See um eine Spur zu frisch. Hier kehren wir dann um und fahren wieder 55km zurück nach Luster. Insgesamt
waren wir acht Stunden unterwegs, gesehen haben wir aber bei weitem nicht alles. Wer das Gebiet auch noch erwandern will, der
kann hier seinen gesamten Urlaub verbringen.
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